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  1. 1897

    Der Anfang und schnelles Wachstum

    Adolf Messer gründet die Frankfurter Acetylen-Gas-Gesellschaft Messer & Cie. in Hoechst zur Herstellung von Acetylenentwicklern und Beleuchtungskörpern.

  2. 1902

    Der Anfang und schnelles Wachstum

    Ernst Wiss entwickelt bei Griesheim-Elektron den ersten Wasserstoff-Sauerstoff-Schneidbrenner. Es folgen Geräte und Maschinen fur die autogene Schweis- und Schneidtechnik.

  3. 1907

    Der Anfang und schnelles Wachstum

    Inbetriebnahme des ersten Sauerstoffwerkes durch die Chemische Fabrik Griesheim-Elektron

  4. 1964

    Der Weg zum Weltunternehmen

    Geburtsstunde der Messer Griesheim GmbH unter Hans Messer. Zusammenschluss der Adolf Messer GmbH mit Teilen der Knapsack-Griesheim AG von Hoechst

  5. 1965

    Der Weg zum Weltunternehmen

    Expansion in Westeuropa und in Nordamerika

  6. 1989

    Der Weg zum Weltunternehmen

    Expansion in Ost- und Mitteleuropa

  7. 1994

    Der Weg zum Weltunternehmen

    Eintritt in China und schnelle Expansion

  8. 2000

    Der Weg zum Weltunternehmen

    Goldman Sachs Funds und Allianz Capital Partners übernehmen die Anteile von Hoechst (Aventis).

  9. 2003

    Der Weg vorwärts zurück in die Familie

    Gründung der Messer Group GmbH: Messer ist wieder zu 100 % im Besitz der Familie Messer.

  10. 2004

    Der Weg vorwärts zurück in die Familie

    Die Sparte Schweißen und Schneiden ist wieder zu 100 % in Besitz der Familie Messer.

  11. 2005

    Der Weg vorwärts zurück in die Familie

    Überschreiten der Milliarden-Euro-Umsatzmarke: Messer Gruppe und Messer Eutectic Castolin. Ausbau der Aktivitäten in Europa und Asien

  12. 2007

    Der Weg vorwärts zurück in die Familie

    Gründung der Messer Industriegase GmbH in Deutschland

  13. 2010

    Der Weg vorwärts zurück in die Familie

    Bezug einer gemeinsamen Unternehmenszentrale in Bad Soden

  14. 2013

    Der Weg vorwärts zurück in die Familie

    Zehnjähriges Jubiläum der Messer Group GmbH

  15. 2018

    Die Leidenschaft für Luft liegt in der Familie

    120-jähriges Jubiläum von Messer
  16. 2018

    Änderung in der Geschäftsführung

    Dr. Wienands wechselt in den Beirat von Messer Industries. Seine Nachfolge als CFO übernimmt Dr. Uwe Bechtolf, außerdem wird die Geschäftsführung durch die Position des Chief Operating Officer Europe (COO) in Person von Ernst Bode erweitert.
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Historie der Messer Group

Im Jahr 2009 wurde die Messer Gruppe 111 Jahre alt - das war zwar kein runder Geburtstag, doch wir nutzten die Gelegenheit, um uns bei unseren Kunden, Partnern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement und ihre Loyalität herzlich zu bedanken. Und auch 2010 war Messer immer in Bewegung! So wurden u.a. weitere sechs neue Luftzerlegungsanlagen in Betrieb genommen. Einen Überblick über die spannende Geschichte der Messer Gruppe gewinnen Sie, wenn Sie die Jahreszahlen in unserer Historie anwählen und in unseren Leseproben aus dem Buch "100 Prozent Messer".

Adolf Messers früher Weg ins Auslandsgeschäft

Adolf Messer wurde am 6. April 1878 in Hofheim/Taunus als Sohn von Johann Matthäus und Margarethe Messer geboren. Noch als Maschinenbaustudent gründete er 1898 im Alter von 20 Jahren eine kleine Werkstatt, die schnell mit dem Bau von Acetylenentwicklern und -beleuchtungskörpern erste Erfolge erzielte. Sehr früh schaute Messer auch über die deutschen Marktgrenzen hinaus. In den ersten sieben Jahren nach der Betriebsgründung fanden etwa 300 Anlagen ihren Weg ins Ausland.

Da Beleuchtungsanlagen mit Acetylen zunehmend unter der Konkurrenz des Gasglühlichts und elektrisch betriebener Beleuchtungssysteme litten und überdies Acytelen zum Kochen oder Heizen weniger nachgefragt wurde, sah sich Adolf Messer schnell gezwungen, das Produktionsprogramm neu auszurichten: Er nahm das autogene Schweißen auf und lieferte noch vor dem Ersten Weltkrieg erste Luftzerlegungsanlagen ins Ausland. Die Expansion des Unternehmens spiegelte sich vor allem auch in der Gründung von Filialen und Tochtergesellschaften im In- und Ausland wider, die sich zu einem überaus wichtigen Standbein für das Unternehmen entwickelten. Der Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 setzte der Expansion im Ausland ein vorläufiges Ende. Im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld der Nachkriegszeit ab 1918 bemühte sich Adolf Messer mit viel persönlicher Energie darum, Exportmärkte wiederzugewinnen, nachdem die Beteiligungen in Großbritannien und den USA beschlagnahmt und versteigert worden waren. Das Unternehmen baute in den 20er-Jahren die Kontakte zu ausländischen Kunden wieder auf und festigte im Inland in der Sparte Schweiß- und Schneidtechnik wieder seine Marktposition, da die Produktionsstätten den Ersten Weltkrieg nahezu ohne Schäden überstanden hatten.

Obwohl es Messer gelang, das Produktportfolio fortlaufend auszudifferenzieren und technisch zu modernisieren, machte die Weltwirtschaftskrise 1929 – 1932/33 auch vor Messer nicht halt. Der weltweite Zusammenbruch der Konjunktur führte zum dramatischen Absturz der industriellen Produktion. Umsatzeinbruch und Arbeitsplatzabbau bestimmten seit den späten 20er-Jahren auch den Geschäftsalltags Messers.

Das Frankfurter Unternehmen bewegte sich nach dem Untergang der Weimarer Republik 1933 in einem gesamtwirtschaftlichen Umfeld, das sich von der schweren ökonomischen Krise zunehmend erholte. Die Talsohle der Rezession hatte die deutsche Industrie im Frühjahr 1933 bereits durchschritten, der nun die weltwirtschaftliche Belebung und die durch das NS-Regime mit Rüstungs- und Beschäftigungsprogrammen gepushte Staatskonjunktur zugute kam. Auch bei der Messer & Co. GmbH stand der Geschäftsalltag zusehends im Schatten der forcierten Aufrüstung, die für Bestellungen etwa des Heereswaffenamts sorgte, das mehrere Aufträge für die Konstruktion von Sondermaschinen erteilte. So wurden mit Hilfe von Elektroschweißgeräten Messers Panzerwannen gefügt, die Widerstandsschweißtechnik verbessert, um Druck- und Hohlkörper gasdicht zu verschließen, oder die Raumkurven-Brennschneidemaschine Nivosec entwickelt, die es ermöglichte, gepresste Panzerkuppeln für Panzerkampfwagen dreidimensional zu bearbeiten. Des Weiteren war das Unternehmen in die Forschungsarbeiten zum Bau von Raketenwaffen eingebunden, die das Heer seit 1936 erprobte, und lieferte vier Großanlagen an die Heeresversuchsanstalt Peenemünde, die der Erzeugung von Flüssigsauerstoff dienten.

Mit dem Vormarsch der Alliierten in den letzten Kriegswochen kamen im Frühjahr 1945 schrittweise alle Produktionsstätten Messers zum Erliegen. Die rund drei Jahre zwischen Kriegsende am 8. Mai 1945 und der Währungsreform wurden durch Improvisationen auf allen Gebieten bestimmt. Für die Unternehmensentwicklung in der Nachkriegszeit erwies es sich als ein unschätzbarer Vorteil, dass es trotz der verheerenden Folgen der aggressiven Außenpolitik des NS-Staates schnell gelang, die Beziehungen zu langjährigen Geschäftspartnern im Ausland auf eine vertrauensvolle Basis zu stellen. Im April 1946 hatte Adolf Messer etwa Raoul Amédéo, kurz darauf auch seine Söhne Pierre und Jean zu Gast, um die Zusammenarbeit in der Société Française des Appareils et Procédés Messer aufleben zu lassen. Noch bevor Adolf Messer am 13. Mai 1954 schwer erkrankt starb, hatte er die Weichen gestellt, um das Unternehmen weiter in Familienhand zu halten: Ein Jahr vor seinem Tod, in seinem 75. Lebensjahr, hatte er sich entschlossen, die Verantwortung für die Gesamtleitung des Unternehmens seinem Sohn Hans zu übertragen.

Auf dem Weg zum Weltunternehmen – Die Ära Hans Messer (1953-1993)

Mit dem noch jungen Hans Messer an der Unternehmensspitze, der im Alter von 28 Jahren seinen Vater Adolf als verantwortlicher Geschäftsführer ablöste, partizipierte die Adolf Messer GmbH an der blühenden Konjunktur der 1950er-Jahre.

Zum Wachstum Messers in der frühen Bundesrepublik trugen indes nicht nur die Geschäfte mit den Schlüsselbranchen des „Wirtschaftswunders“ (Hütten- und Schiffbauindustrie etc.), sondern auch die zahlreichen Gründungen von Tochter- und Beteiligungsgesellschaften im Ausland bei. Nachdem das Wachstum des Unternehmens in den frühen 1960er-Jahren an interne Grenzen stieß, fusionierte die Adolf Messer GmbH 1965 mit Teilen der Knapsack- Griesheim AG, die zum Konzernverbund der Hoechst AG gehörten, zur Messer Griesheim GmbH.

Mit der Fusion verlor die Familie Messer zumindest auf dem Papier an unternehmenspolitischer Macht, veränderten sich doch die Eigentumsverhältnisse im Unternehmen grundlegend: Das Stammkapital in Höhe von zunächst 30 Mio. DM wurde nun zu 66 2/3 Prozent von Hoechst und zu 33 1/3 über die Messer Industrie GmbH von der Familie Messer gehalten.

Obgleich das fusionierte Unternehmen als Firma eines großen Konzernverbunds an den Start ging, verstand es die Familie, ihren Einfluss auf die Geschichte Messer Griesheims über die Grundsatzvereinbarung zwischen Hans Messer und der Hoechst AG auf Dauer abzusichern. Wie im Vorfeld zwischen Messer und Karl Winnacker vereinbart, wurde die ständige Präsenz der Familie in den Führungsgremien festgeschrieben. Die Geschäftsführung sollte „aus mindestens drei, höchstens vier Personen bestehen. Die Familie Messer ist berechtigt, solange ihre Beteiligung nicht unter zehn Prozent absinkt, einen Geschäftsführer, Hoechst ist berechtigt, zwei Geschäftsführer vorzuschlagen“. Weiter heißt es: „Jede Partei wird dem Vorschlag der anderen Partei bei der Bestellung der Geschäftsführer entsprechen, wenn nicht ein wichtiger Grund in der Person des Vorgeschlagenen entgegen steht.“

Einfluss erhalten

Zum ersten Vorsitzenden in der Geschäftsführung wurde Hans Messer ernannt, „solange er dies selbst wünscht“. Darüber hinaus verständigten sich beide Parteien darauf, einen Gesellschafterausschuss zu konstituieren, „in den Hoechst und die Familie Messer je zwei Mitglieder entsenden“ und der „insbesondere der Geschäftsführung gegenüber weisungsberechtigt sein soll“. Schließlich legte die Grundsatzvereinbarung unternehmenspolitische Entscheidungen fest, die „einer Mehrheit von 75 Prozent bedürfen“. Dazu gehörten u.a. eine „Änderung des Gesellschaftszwecks“, die „Aufnahme größerer Kredite“ oder die „Bestellung und Abberufung von Geschäftsführern“. Hinzu kamen diverse familieninterne Vereinbarungen, um den Einfluss auf das operative Geschäft nicht zu gefährden. So beschlossen Hans und Ria Messer etwa, mit ihren Kindern eine Vereinbarung zu unterzeichnen, die alle Familienmitglieder verpflichtete, ihre Stimmrechte in der Messer Griesheim GmbH künftig nur noch gemeinsam auszuüben. Der Vereinbarung vom 29. Juni 1979, die Hans Messer zum ersten Stimmführer bestimmte, schlossen sich auch die Familie von Erika Heberer (Tochter des Unternehmensgründers Adolf Messer) und die Adolf Messer Stiftung an. Kurzum: Trotz einer Beteiligung von „nur“ rund 33 Prozent gab es durchaus einen 100-prozentigen Einfluss der Familie auf die Unternehmenspolitik.

Neue Anwendungen

Im zweiten Jahrzehnt nach ihrer Gründung zeigte sich rasch, dass es der Messer Griesheim GmbH gelungen war, Synergiepotenziale zu bilden, die nun konsequent ausgeschöpft wurden. Der weltweite Umsatz stieg seit 1975 im Sog einer mehrjährigen gesamtwirtschaftlichen Erholungsphase kontinuierlich, durchbrach 1978 erstmals die Schallmauer von einer Milliarde DM und lag 1984, im bis dahin erfolgreichsten Geschäftsjahr Messer Griesheims, mit über 1,7 Mrd. DM etwa doppelt so hoch wie zehn Jahre zuvor.

Der eigentliche Motor des Wachstums blieb das Geschäft mit Industriegasen, das zwischen 1975 und 1989 rund 70 Prozent zum Gesamtumsatz beitrug. Es zahlte sich für das Unternehmen vor allem aus, dass es gelang, neben den traditionellen Kunden in der Stahl-, Schiffbau, Automobil- und chemischen Industrie dank intensiver Forschungsarbeit neue Anwendungen für komprimierte und verflüssigte Gase, Gasgemische und Sondergase zu erschließen und junge Wachstumsbranchen als Geschäftspartner zu gewinnen.

Nach der Erosion des „Eisernen Vorhangs“ in Osteuropa verstand es Messer Griesheim ebenfalls, die neuen Marktchancen in den ehemals sozialistischen Staaten zu nutzen, bevor im Frühjahr 1993 in der Geschichte Messer Griesheims eine Ära ihr Ende fand. Nach 40 Dienstjahren als Geschäftsführer zog sich Hans Messer, gemäß der Vereinbarung mit der Hoechst AG, im Alter von 68 Jahren aus dem operativen Geschäft des Unternehmens zurück. Allerdings blieb er dem Unternehmen in veränderten Funktionen erhalten und gehörte bis zu seinem Tod 1997 dem Gesellschafterausschuss und dem Aufsichtsrat an.

Krisen, Turbulenzen, Aufbrüche – vom Global Player zu „100 Prozent Messer“ (1993 –2004/5)

Nach dem Rückzug Hans Messers aus der Geschäftsführung wurden in den 1990er-Jahren das jahrelange harmonische Arrangement zwischen der Messer Industrie GmbH und der Hoechst AG sowie die Position der Familie im Unternehmen gleich aus mehreren Richtungen massiv bedroht.

Hans Messer übergab 1993 die Verantwortung für die Unternehmensleitung an Herbert Rudolf (einen familienfremden Manager, der zuvor das Auslandsgeschäft Messers in den USA erfolgreich geführt hatte).

Unter Herbert Rudolf schlug Messer Griesheim einen aggressiven Globalisierungskurs ein, der am Ende scheiterte. Die zahlreichen und teils hochriskanten Zukäufe und Neugründungen ausländischer Unternehmen und Tochtergesellschaften mündeten in eine exorbitante Verschuldung, die kurz vor der Jahrtausendwende zur Ablösung Rudolfs und zur deutlichen Korrektur der Geschäftspolitik führen sollte. Damit nicht genug: Was über Jahre die Entwicklung der Firma wie selbstverständlich mitbestimmte, wurde nach dem Abschied Hans Messers aus der Geschäftsleitung vom Nachfolger scharf in Frage gestellt. Herbert Rudolf zielte offen darauf ab, den Einfluss der Familie auf die laufenden Geschäfte möglichst ganz auszuschalten.

Schulden und Passivität

Die Unternehmenspolitik Messer Griesheims stand in den 1990er-Jahren in einem engen Zusammenhang mit den strategischen Zielen des Hoechst-Konzerns, der sich seit 1994 auf die Kerngeschäfte Pharma, Agrochemie und industrielle Chemie konzentrierte und darauf aus war, seine Zweidrittelmehrheit an Messer Griesheim abzustoßen. Es folgten jahrelange Debatten über die zukünftige Eigentümerstruktur der Messer Griesheim Gruppe und eine bemerkenswert passive Haltung des Hoechster Vorstands gegenüber der rasant steigenden Verschuldung Messers. Frühzeitige Hinweise aus dem Familienkreis auf den drohenden Firmenkollaps wurden beiseitegeschoben und Herbert Rudolf bekam eine unantastbare Position eingeräumt.

Nachdem der Börsengang scheiterte und der lange favorisierte Verkauf des Unternehmens an die Linde AG in letzter Minute an drohenden kartellrechtlichen Hürden scheiterte, gingen die Hoechst/Aventis-Anteile an Messer Griesheim schließlich im April 2001 an die Finanzinvestoren Goldman Sachs und Allianz Capital Partners über, die gleichfalls zwei Drittel der Nettoschulden übernahmen, die im Frühjahr 2001 beträchtliche 1,72 Mrd. Euro betrugen.

Abschied und Einstieg

Schließlich gefährdeten auch familiäre Entwicklungen den Fortbestand der Firma. Thomas Messer, ältester Sohn von Hans Messer, lehnte es etwa ab, weiter „die Verantwortung für die Erhaltung und Entwicklung des unternehmerischen Familienbesitzes (zu) tragen“, da er seine Zukunft selbst gestalten wollte. Im Dezember 1996 schied Thomas Messer aus der Messer Industrie GmbH aus und verschenkte den größten Teil seiner MIG-Anteile an die gemeinnützige Adolf Messer Stiftung.

Als in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre das Schicksal Messer Griesheims auf dem Spiel stand, brachte Stefan Messer, zweitgeborener Sohn des 1997 verstorbenen Hans Messer, immer deutlicher zum Ausdruck, dass der Familieneinfluss auf das Unternehmen langfristig erhalten bleiben sollte. So kaufte er 1999 das Tochterunternehmen Messer Cutting & Welding aus der Messer Griesheim GmbH für die Familie heraus.

Ein Jahr später fusionierte der Bereich Schweiß- und Schneidtechnik unter der Regie des amerikanischen Finanzinvestors Carlyle mit der schweizerischen Castolin Eutectic zur Messer Eutectic Castolin Gruppe – an der neuen Gesellschaft wurde die Familie Messer mit 36 Prozent beteiligt.

Sanierung und Neubeginn

Bei Messer Griesheim, wo das größere Industriegasegeschäft verblieb, bestimmte nach der Jahrtausendwende unter dem Einfluss der Finanzinvestoren zunächst die Sanierung und Entschuldung die Unternehmenspolitik. Messer Griesheim stieß eine Vielzahl seiner Beteiligungen ab, konzentrierte sich auf ausgewählte Kernregionen und schloss seine „Verschlankung“ mit Erfolg ab. Als folgerichtig seit dem Herbst 2003 erneut über die Zukunft Messers diskutiert wurde, entschloss sich ein Teil der Familie unter Führung von Stefan Messer (durchaus zur Überraschung der Finanzinvestoren), die Verantwortung für das Unternehmen wieder selbst in die Hand zu nehmen, trennte sich von den Geschäften in Deutschland, USA und Großbritannien und erwarb die Anteile von Goldman Sachs und Allianz Capital Partners.

Seit Mai 2004 ist die nun ehemalige Messer Griesheim Gruppe als Messer Group wieder ein inhabergeführtes Industriegase-Unternehmen. Stefan Messer erwarb Anfang des Jahres 2005 schließlich auch die Beteiligung des Finanzinvestors Carlyle an der Messer Eutectic Castolin Gruppe und führte damit in Familienhand zurück, was sein Großvater Adolf Messer vor mehr als hundert Jahren gegründet und was sein Vater Hans Messer nach dem Zweiten Weltkrieg ausgebaut hatte – ein international aufgestelltes Unternehmen in den Bereichen Industriegase sowie Schweiß- und Schneidtechnik.

Dr. Jörg Lesczenski, Autor von „100 Prozent Messer“