Das Jahr 2009

Die Finanz- und Wirtschaftskrise, die seit Herbst 2008 von den USA ausgehend einen globalen ökonomischen Flächenbrand entfacht hatte, hielt die Weltwirtschaft auch 2009 in Atem. Einbrüche im internationalen Handel, nachlassende Investitionen der Unternehmen und eine schwache Nachfrage der zunehmend verunsicherten Konsumenten führten zur stärksten Rezession nach dem Zweiten Weltkrieg. Obwohl staatliche Konjunkturprogramme, Finanzspritzen für „systemrelevante“ Banken und die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken dazu beitrugen, die Finanzmärkte und die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte langsam zu stabilisieren, ging das weltweite reale Bruttoinlandsprodukt um 2,3 Prozent zurück.

Allerdings verlief die Wirtschaftskrise regional unterschiedlich. Die wirtschaftlichen Turbulenzen trafen vor allem Export orientierte Industrieländer. In den USA ging die Wirtschaftsleistung um 2,7 Prozent, in Japan um 5,4 Prozent und in der Bundesrepublik um 5,3 Prozent zurück. Nahezu alle deutschen Schlüsselindustrien erlebten heftige Produktionseinbrüche. Im Maschinenbau brachen die Umsätze um 23,1 Prozent, bei den Kraftfahrzeugbauern um 20,5 Prozent, in der Elektroindustrie um 17,0 Prozent und in der chemischen Industrie um 17,7 Prozent ein. In der Chemieindustrie waren insbesondere die Geschäfte mit chemischen Grundstoffen (-21,1 Prozent) und Chemiefasern (-24,5 Prozent) von der Krise betroffen.

Wesentlicher robuster verlief die wirtschaftliche Entwicklung etwa in den Schwellenländern VR China und Indien, die ihr Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt um 8,5 bzw. 5,4 Prozent steigerten. Die gute Konjunktur Chinas stabilisierte auch maßgeblich die Situation des Kerngeschäfts bei der Messer Group. Zwar gab es leichtere Einbrüche in Europa, Nordamerika und Japan. Das weiter florierende China-Geschäft hielt die Unternehmensgruppe allerdings auf Kurs und bescherte Messer trotz empfindlicher Rückschläge in der Sparte Schweißen und Schneiden am Ende einen zufriedenstellenden Jahresabschluss. Der Konzernumsatz stieg 2009 alles in allem um 0,3 Prozent auf 797 Millionen Euro, das EBITDA um 2 Prozent auf 175 Mio. Euro.

Jahresbericht 2009
PDF (899k)
Webcontent-Anzeige

Das Jahr 2008

Das Jahr 2008 stellte Messer vor viele Herausforderungen, aus denen das Unternehmen gestärkt hervor gegangen ist. 2008 war das erfolgreichste Jahr in der jungen Unternehmensgeschichte des Unternehmensverbunds Messer World, zu dem die Messer Gruppe als Hersteller von Industriegasen gehört. Trotz der bereits im Herbst 2008 begonnenen Wirtschaftskrise, konnte ein hohes Umsatz- und Ergebniswachstum realisiert werden. Mein Dank gilt in erster Linie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ihrem engagierten Arbeitseinsatz an diesem Erfolg teilhaben, aber auch Ihnen für Ihr Vertrauen.

Stefan Messer, Sulzbach 2008

 

http://jahresbericht2008.messergroup.com

 

Das Jahr 2007

Trotz einer über den Jahresverlauf betrachtet ambivalenten Entwicklung, erwies sich die Weltwirtschaft 2007 alles in allem krisenresistent: das globale Bruttoinlandsprodukt erreichte mit rund 5 Prozent eine stabile Zuwachsrate. Nach drei schwungvollen Quartalen verlor die Weltwirtschaft im letzten Vierteljahr erheblich an Schubkraft. Die „Subprime-Krise" in den USA und die wachsende Unruhe an den Finanzmärkten, der starke Anstieg des Ölpreise sowie die steigenden Preise von Nahrungsmittel trafen vor allen Dingen die amerikanische Wirtschaft, die mit 2,2 Prozent schwächer wuchs als im Vorjahr (2,9 Prozent). Die Ausläufer der Krise trafen auch den Euro-Raum, der sein BIP zwar insgesamt um 2,6 Prozent steigerte, bei der gesamtwirtschaftlichen Produktion allerdings im vierten Quartal gleichfalls rückläufige Ergebnisse zu vermelden hatte. Dagegen blieben, so die Analysten der Deutschen Bundesbank, die „Schwellen- und Rohstoffländer weiterhin auf steilem Expansionskurs", was ebenso für die Volksrepublik China mit einem neuerlichen Wachstum des BIP von 11,4 Prozent und den osteuropäischen Raum gilt.

Die deutlich „moderatere Gangart im Euro-Raum" war nach Meinung der Deutschen Bundesbank in erster Linie „der Wachstumsverlangsamung in Deutschland und Frankreich geschuldet". Dabei deckte sich der Konjunkturverlauf in der Bundesrepublik mit den Rhythmen der Weltwirtschaft. Im Vergleich zu den ersten drei Quartalen (+0,7 Prozent im Sommerquartal) wuchs die deutsche Wirtschaft im Schlussquartal verhaltener (+0,3 Prozent), um schließlich im Jahresdurchschnitt ein BIP-Zuwachs von 2,5 Prozent zu erreichen. Die Gründe für den Abschwung in den letzten drei Monaten lagen in den schwachen Bauinvestitionen, in der schwachen Inlandsnachfrage, die auch die Einfuhren bremste und in einem dürftigen privaten Konsum. Zufrieden durften die chemische Industrie und der Maschinenbaubranche sein, die ihre Produktion gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent bzw. um sogar 9,5 Prozent steigerten.

Jahresbericht 2007
PDF (6,4MB)

Das Jahr 2006

Mit einem weltweiten Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 5,4 Prozent blieb die Weltwirtschaft 2006 auf Expansionskurs, der in den ersten sechs Monaten von der guten US-amerikanischen Konjunktur und in der zweiten Jahreshälfte von der erfreulichen Wirtschaftslage im EU-Raum sowie in Japan gestützt wurde. Hinzu kamen die fortlaufend hohen Wachstumsraten ostasiatischer Länder (u.a. Singapur: 7,9%, Hongkong: 6,8%, Republik Korea: 5,0%, Republik China/Taiwan: 4,6%). Bremsend wirkten sich die durchgehend hohen Rohstoffpreise aus, die allerdings Lieferländern wie Russland lukrative Einnahmen in die Staatskassen spülten.

Auch in der Bundesrepublik präsentierte sich die Wirtschaft in einem guten Zustand: Das Bruttoinlandsprodukt stieg um 2,8 Prozent. Als treibende Kraft erwies sich zum einen erstmals wieder der private Konsum, der auch unter dem Eindruck der erhöhten Mehrwertsteuer dank sinkender Arbeitslosenzahlen und steigender Einkommen anzog. Zum anderen gelang es der Baubranche, ihren seit zehn Jahren anhaltenden Abwärtstrend aufzuhalten und mit einem Wachstum von 4 Prozent, das vorwiegend auf die rege Investitionstätigkeit der Unternehmen zurückging, einen spürbaren Anteil zum gesamtwirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland beizusteuern. Obwohl es die Folgen des starken Euro und steigender Preise für deutsche Produkten in den Dollar-Ländern zu verkraften galt, blieben die Exporte, die abermals um 13,7 Prozent zunahmen, der Stützpfeiler der Wirtschaft. Die deutsche Industrie meldete insgesamt einen Umsatzzuwachs von 6,5 Prozent, wobei sich sowohl die chemische Industrie (+6,4 Prozent), die besonders ihr Auslandsgeschäft ankurbelte (+7,9 Prozent), als auch der traditionell exportorientierte Maschinenbau (+9,8 Prozent; der Exportanteil am gesamten Wachstum stieg auf 55,7 Prozent) sehr gute Kennziffern vorlegten.

Jahresbericht 2006
PDF (6,7MB)

Das Jahr 2005

Trotz erheblich gestiegener Energie- und Rohstoffpreise setzte sich das globale Wachstum der Weltwirtschaft fort, die um 4,8 Prozent wuchs. Die seit Jahren markanten Ungleichgewichte in der Wachstumsdynamik prägten auch das Jahr 2005. Unterdurchschnittlich blieb die Erhöhung etwas in den G7-Staaten (USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Kanada), die einen Zuwachs von 2,7 Prozent verbuchten, während die Jahresziffern für das Bruttoinlandsprodukt z.B. in Lateinamerika 5,2 Prozent oder in Süd- und Ostasien 8,6 Prozent betrugen. Die Volkswirtschaften im Euroraum blieben mit einem durchschnittlichen Wachstum des BIP von lediglich 1,3 Prozent noch deutlicher hinter den Boomregionen der Weltwirtschaft zurück.

Die Wirtschaft in Deutschland entwickelte sich 2005 in signifikanter Abhängigkeit von den globalen Rahmenbedingungen. So regte die gute Weltkonjunktur etwa die deutschen Exporte spürbar an, die um 7,5 Prozent zunahmen. Zu einem Motor der ökonomischen Entwicklung wurden ferner die Investitionen in Ausrüstungen, die der Modernisierung veralteter Anlagen dienten. Dämpfend auf die Konjunktur wirkte sich hingegen der empfindliche Anstieg der Rohölpreise aus, der u.a. dazu beitrug, den privaten Verbrauch im Inland nach unten zu drücken. Alles in allem fiel das gesamtwirtschaftliche Wachstum mit 0,9 Prozent schwächer als im Vorjahr aus. Das produzierende Gewerbe erreichte nicht ganz die hervorragenden Kennziffern aus dem Jahr 2005, verzeichnete aber dennoch ein stattliches Umsatzplus von 4,6 Prozent. Zu den Branchengewinnern gehörten der Bergbau (19,7 Prozent), die Metallerzeugung (12,8 Prozent), die chemische Industrie (6,7 Prozent) und auch der Maschinenbau, der in den Exportstatistiken den Spitzenplatz im Welthandel mit Maschinen behauptete und die Abnehmer seiner Produkte bevorzugt in den USA Frankreich, China, Italien und immer häufiger auch in Indien fand.

Jahresbericht 2005
PDF (4,4MB)

Das Jahr 2004

Die auflebende Konjunktur in den Vereinigten Staaten sowie die fortlaufend hohen Wachs-tumszahlen in den ostasiatischen Staaten waren in erster Linie dafür verantwortlich, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2004 so dynamisch wie zuletzt in den 1970er-Jahren wuchs. Das weltweite Bruttosozialprodukt legte um 5,1 Prozent und der Welthandel um rund 9 Prozent zu. Stimulierend auf das weltwirtschaftliche Klima wirkten sich überdies die kontinuierlich guten Rahmenbedingungen für Unternehmen, neue Investitionen zu finanzieren sowie deutliche Kursgewinne an den Aktienmärkten aus. Das produzierende Gewerbe vermeldete global einen Zugewinn von rund 4,5 Prozent. Mit 2,8 bis 3 Prozent erzielten die Industriestaaten in Nordamerika und Europa Wachstumsziffern, die wiederholt nicht an die beschleunigte industrielle Entwicklung in zahlreichen osteuropäischen Ländern (6 bis 8 Prozent) oder in China (rund 10 Prozent) heranreichte.

Im Fahrwasser der guten Weltkonjunktur gelang es auch der deutschen Wirtschaft, die über drei Jahre schwachen volkswirtschaftlichen Zahlen zu verbessern, ohne allerdings ein selbsttragendes Wachstum zu erreichen. Vor allem die im ersten Halbjahr gute Exportkonjunktur, die im zweiten Halbjahr unter dem deutlichen Anstieg des Ölpreises und der starken Aufwertung des Euro litt, ließ das Bruttoinlandsprodukt um 2 Prozent wachsen. Der industrielle Sektor schraubte unter der Beteiligung nahezu aller Branchen seine Umsätze um 5,6 Prozent nach oben. Die Metallerzeugung legte um 16,2 Prozent, der Kohlenbergbau um 12,4 Prozent, die KFZ-Industrie um 10 Prozent, der Maschinenbau um 7,1 Prozent, die Elektrotechnik um 6,3 Prozent und die chemische Industrie um 4,6 Prozent zu. Angespannt blieb die wirtschaftliche Situation dagegen u.a. in der Bekleidungs- und Möbelindustrie.

Jahresbericht 2004
PDF (1,5MB)

Das Jahr 2003

Der Aufschwung der Weltwirtschaft im zweiten Halbjahr – nach wenig verheißungsvollen ersten sechs Monaten – ließ die globale Wertschöpfung insgesamt um 3,9 Prozent steigen. Beachtliche Wachstumsziffern erzielten dabei die USA (3,1 Prozent), Japan (2,7 Prozent), die Republik Korea (3,1 Prozent) und die GUS-Staaten (7,6 Prozent). Die weltweite Expansion des produzierenden Sektors (als außerordentlich umsatzstark erwies sich die Informationstechnologie) wurde besonders von den ostasiatischen Staaten China, Japan und Südkorea getragen.

In der Bundesrepublik blieb die gesamtwirtschaftliche Situation allerdings prekär und (ähnlich wie im gesamten „Euroland") weiterhin durch Krisensymptome bestimmt. Die Investitionen der Unternehmen sowie der öffentlichen Hand fielen unter dem Eindruck geringer Gewinnerwartungen schwach aus, die Binnennachfrage und die privaten Konsumausgaben stagnierten, die Zahl der Firmeninsolvenzen nahm zu, zahlreiche Aktienkurse fielen, die Energiepreise (insbesondere für Rohöl) blieben durchgehend auf einem hohen Niveau, die Zahl der Erwerbstätigen ging zurück. Auch ein Außenhandelsüberschuss von 130 Mrd. Euro konnte die schwache Konjunktur nicht nennenswert stimulieren. Die Konsequenz: Das Bruttoinlandsprodukt fiel erstmals seit 1993 um –0,1 Prozent. Die gesamte deutsche Industrie erhöhte ihre Umsätze um nur 0,6 Prozent, was allerdings – werden die Preisveränderungen mitberücksichtigt – de facto einem leichten Rückgang gleichkam. Abermals waren die Bau- und Bekleidungsindustrie, der Bergbau und die Verlagsbranche von der Rezession betroffen. Weniger durchgreifend wurde die chemische Industrie von der Stagnation erfasst, die ihren Umsatz immerhin um 1,6 Prozent steigerte und vor allem den Auslandsumsatz um 2,1 Prozent verbesserte. Im Maschinenbau konnte die gute Nachfrage im Ausland (die Auslandsumsätze stiegen um 1,4 Prozent) gerade nach High-Tech-Erzeugnissen nicht verhindern, dass die Branche das Jahr mit einem Umsatzrückgang von 0,2 Prozent abschloss.

Jahresbericht 2003
PDF (1,3MB)

Das Jahr 2002

Die weltwirtschaftliche Entwicklung blieb 2002 von zahlreichen Ambivalenzen, von Höhen und Tiefen, bestimmt. Den Krisen im letzten Quartal 2001 schloss sich im ersten Halbjahr 2002 zunächst ein spürbarer Aufschwung an, der allerdings in der zweiten Jahreshälfte deutlich an Kraft verlor. Die globale Wertschöpfung nahm zwar um 3 Prozent zu, erreichte aber erneut nicht mehr die Durchschnittszahlen der 1980er- und 1990er-Jahre. Die eigentlichen „Triebmotoren" des weltweiten Wachstum waren abermals die Volkswirtschaften des ehemaligen Ostblocks, der Schwellenländer Ost- und Südostasiens, sowie der USA. Westeuropa, Japan, Lateinamerika und Afrika trugen hingegen wenig zum globalen Wachstum bei. Die Ursachen für das verhaltene weltwirtschaftliche Wachstum waren vielfältig. Institutionen und handelnde Akteure zeigten sich nach dem Anschlägen vom 11. September unverändert irritiert von der offenkundigen Gefahr terroristischer Gewaltakte sowie regionaler militärischer Konflikte wie etwa in den vorderasiatischen Ländern Irak, Palästina oder Afghanistan. Die Unruhe auf den Finanzmärkten und der Niedergang diverser Aktienkurse trübten ebenso das weltwirtschaftliche Klima wie die breite öffentliche Debatte über gefälscht Bilanzen und fehlerhafte Wirtschafsprüfungen großer Konzerne.

Die schwache Nachfrage im Inland und ein, im historischen Zeitverlauf betrachtet, eher geringes Wachstum der Exportwirtschaft von 2,6 Prozent bremsten die konjunkturelle Erholung in der Bundesrepublik, die ein Wirtschaftswachstum von nur 0,2 Prozent erzielte. Die Bruttoanlageninvestitionen schrumpften um weitere 6,8 Prozent, die Investitionen in die Ausrüstungen gar um 9,4 Prozent. Im produzierenden Gewerbe waren zahlreiche Branchen (insbesondere die Textil-, Bau- und Druckindustrie sowie die Elektrotechnik) von rückläufigen Umsatzziffern betroffen. Einbußen im Umsatz musste auch die chemische Industrie hinnehmen (-0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), die jedoch ihre Exporte leicht um 0,5 Prozent erhöhte. Die guten Umsätze im Ausland sorgten auch im Maschinenbau dafür, dass die Branche insgesamt ein leichtes Umsatz-Plus von 0,3 Prozent zu verzeichnen hatte. Das Jahr 2002 brachte schließlich für alle Bundesbürger einen wichtigen Einschnitt: Am 1. Januar wurde das Euro-Bargeld eingeführt.

Jahresbericht 2002
PDF (1,2MB)

Das Jahr 2001

Nachdem die Weltkonjunktur bereits 2000 im vierten Quartal an Dynamik verlor, brachen die weltweiten Wachstumszahlen unerwartet ein. Global erreichte die Wirtschaft nur noch eine Wachstumsrate von 2,3 Prozent, der Welthandel von gerade 1 Prozent. Die sieben wichtigsten Industriestaaten hatten ebenfalls Rückschläge zu verkraften und kamen auf einen durchschnittlichen Zuwachs von 1,2 Prozent. Die Gründe: Die Konjunktur in den Vereinigten Staaten schwächte sich spürbar ab, die Ölpreise schnellten in die Höhe, die „New Economy" (besonders die Telekommunikations- und Medienbranche) erwies sich weit krisenanfälliger als prognostiziert und die Terroranschläge vom 11. September verunsicherten die ökonomischen Akteure. Unverändert hohe Wachstumszahlen schrieben die Volkswirtschaften in Ostmittel- und Osteuropa (2000: 6,6 Prozent, 2001: 5 Prozent, GUS-Staaten insgesamt: 6,2 Prozent).

Die weltweite Konjunkturflaute wirkte sich direkt auf die Wirtschaft der Bundesrepublik aus, die nur noch einen leichten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,6 Prozent zu verbuchen hatte. Die abnehmende Nachfrage in Asien, die nachlassenden Geschäfte mit den USA belasteten die Unternehmen des produzierenden Gewerbes, die ihre Investitionen alles in allem erheblich zurückfuhren. Der weltweiten Krise konnten sich auch die chemische Industrie nicht entziehen, die sich in zahlreichen europäischen Staaten (u.a. aufgrund der schwachen Konjunktur in der Automobilbranche) rückläufigen Produktionsziffern zu stellen hatten: So musste die chemische Industrie einen Umsatzrückgang von 1,8 Prozent auf 0,9 Prozent hinnehmen. Noch am erfolgreichsten liefen die Geschäfte in den Sparten Biotechnologie, Pharmazie und Hygieneartikel. Noch recht gut stand der Maschinenbau da, der seinen Umsatz nochmals um 1,8 Prozent erhöhte. Nachdem die laufenden Aufträge abgearbeitet waren, brach die Nachfrage allerdings bis zum Jahresende empfindlich ein.

Jahresabschluss 2001 (only available in German)
PDF (2,3MB)

Das Jahr 2000

Zu Beginn des neuen Millenniums zeigte sich die Weltwirtschaft, namentlich in der ersten Jahreshälfte, von den Krisen ausgehenden 1990er-Jahre erholt und wuchs insgesamt um 4,8 Prozent. Der Welthandel expandierte mit 13,4 Prozent außergewöhnlich stark, das Weltwährungssystem zeigte Stabilität, die Rohstoffpreise blieben mit Ausnahme der Energiepreise niedrig. Dabei fiel das Wachstum der wichtigsten Industriestaaten unterschiedlich aus. Die USA, Kanada, Irland, Finnland, die Republik Korea, die Republik China (Taiwan) trugen besonders zum weltweiten Wachstum bei. Daneben gehörten auch die Staaten Ost-, Ostmitteleuropas sowie die Schwellenländer Ost- und Südostasiens zu den ausgesprochenen Wachstumsregionen.

Die boomende Weltwirtschaft stimulierte auch die westdeutsche Wirtschaft, die mit einer – im internationalem Vergleich eher leicht unterdurchschnittlichen - Zunahme des Bruttoinlandprodukts um 3 Prozent (in Preisen von 1995) so stark wie noch nie nach der Wiedervereinigung wuchs. Die gute konjunkturelle Lage in der Industrie war in erster Linie den bemerkenswerten Aufträgen aus dem Ausland geschuldet, die mit 17,5 Prozent deutlich zunahmen (hingegen sorgten der Anstieg der Erdölpreise und die Abwertung des Euro für eine schwache Nachfrage im Inland). National und international zählte die chemische Industrie zu den wichtigsten Wachstumsbranchen. Da sich in Deutschland die Inlandsnachfrage erholte und die Exporte gar um 18,3 Prozent zulegten, zogen Produktion und Umsatz wieder deutlich an (der Gesamtumsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 11,2 Prozent). Nach dem Krisenjahr 1999 zeigte sich auch der Maschinenbau wieder deutlich erholt und steigerte die Exportziffern um 11 Prozent sowie den Umsatz (auch dank einer regen Nachfrage der deutschen Industrie) um 7,1 Prozent.

Jahresbericht 2000
PDF (1,2MB)