Das Jahr 1989

Ohne die starken Zuwachsraten der Vorjahre zu erreichen, steigerte sich das globale Wirtschaftswachstum bei insgesamt niedrigen Rohstoff- und Energiepreisen real um 3,5 Prozent. Unter den westlichen Industrienationen waren es besonders die USA, Kanada und Großbritannien, die geringere Zuwächse als im Vorjahr erzielten. In den ausgehenden 1980er-Jahren verschoben sich die globalen Wachstumspole zusehends. Die Schwellenländer bzw. (so die Terminologie der UNO) „Länder mit mittlerem Einkommen" (wie z.B. Singapur, Hongkong, Republik China/Taiwan oder Südkorea) traten den traditionellen Industriestaaten namentlich auf dem Weltmärkten für Massenprodukte, die auf einer bereits reifen Technologie, billigen angelernten Arbeitskräften und Serienproduktion beruhen (Textilien, Elektroartikel, Bekleidung etc.), als Konkurrenten gegenüber.

Obwohl das internationale Umfeld nicht die bestmöglichen Rahmenbedingungen bot, gelang es der deutschen Wirtschaft, ihre volkswirtschaftliche Bilanz noch einmal zu verbessern und das Bruttosozialprodukt um real 4 Prozent zu erhöhen. Die Ursachen für das kräftige Wachstum machte die Deutsche Bundesbank in der „rapiden Expansion der Auslandsnachfrage", der eine „ungebrochene Wachstumsdynamik der europäischen Partnerländer" zugute kam und einem Zuwachs der Investitionen im Inland aus. Die gute Konjunktur spiegelte sich auch in den Ergebnissen des sekundären Sektors wider: Die Industrie erhöhte ihren Gesamtumsatz um 8,7 Prozent, die Zahl der im produzierenden Gewerbe Beschäftigten nahm seit langem wieder zu und die Zahl der Firmeninsolvenzen entwickelte sich rückläufig. Von wenigen Branchen wie dem Bergbau, der Bekleidungsindustrie oder den Schiffbau abgesehen, trieben alle Industriezweige ihre Gewinne in die Höhe. Der Maschinenbau, der seine wichtigsten Abnehmer in den USA und in Frankreich fand, verzeichnete Umsatzzuwächse von 9,6 Prozent. In der chemischen Industrie, die ihren Gesamtumsatz um 7,4 Prozent steigerte, erwiesen sich hauptsächlich die Geschäfte in den Sparten Kunststoffe, Farben und Lacke, Kosmetika sowie Industriechemikalien als besonders gewinnbringend.

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Das Jahr 1988

Das stabile Wachstum der Weltwirtschaft, die real um 4 Prozent zulegte, dauerte auch 1988 an. Die Entwicklung in den OECD-Staaten war durch ein reges Wirtschaftswachstum in Japan, Nordamerika, Spanien und Großbritannien, eine deutliche Zunahme der Industrieproduktion, die um rund 7 Prozent wuchs, sowie einen forcierten Außenhandel, der in den westlichen Industrieländern um real 5 Prozent zunahm, charakterisiert.

Da die deutsche Wirtschaft besonders im ersten und dritten Quartal expandierte, setzte sich der konjunkturelle Boom seit den frühen 1980er-Jahren wieder beschleunigt fort. Den realen Zuwachs des Bruttosozialprodukts um 3,4 Prozent führte die Deutsche Bundesbank neben einem blühenden Außenhandel auf die „Binnennachfrage" als dem „Hauptträger des wirtschaftlichen Wachstums" zurück. Sowohl der zunehmende private Verbrauch, als auch die zahlreichen Investitionen der Unternehmen ließen die gesamte Inlandsnachfrage real um - im internationalen Vergleich bemerkenswerte - 3,5 Prozent steigen. Das produzierende Gewerbe überwand die Monate der Stagnation, steigerte ihre Umsätze um 5,8 Prozent und ihre Nettoproduktion um 4 Prozent.

An dem weltweiten Wachstum der chemischen Industrie, die aus der guten Ertragslage in der Textilindustrie, im Fahrzeugbau und der Pharmazie Kapital schlug, partizipierten auch die Chemieunternehmen in Deutschland. Der Gesamtumsatz der Branche erhöhte sich um 6,5 Prozent, die hauptsächlich in den Geschäftszweigen Kunststoffe, Kosmetika und Industriechemikalien expandierte. Der Maschinenbau trug die steigenden Produktionsziffern der Industrie maßgeblich mit, steigerte im Vergleich zu den Vorjahren auch die Produktion von Baumaschinen und erzielte einen Umsatzzuwachs von 8,3 Prozent.

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Das Jahr 1987

Die Weltwirtschaft stand auch 1987 im Zeichen eines insgesamt mäßigen – aber weiterhin andauernden - Wachstums von rund 3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr zog allerdings die Industrieproduktion weltweit wieder an und stieg in den westlichen Industriestaaten um 3 Prozent. Dennoch sah die Deutsche Bundesbank genügend Gründe, um vor „langfristigen Verwerfungen in der Weltwirtschaft" zu warnen. Als Gefahren für die strukturelle Stabilität der globalen Ökonomie machten die Sachverständigen „die anhaltenden Ungleichgewichte unter den großen Industrieländern", den „zeitweise drastischen Rückgang des Dollar-Kurses", den „Einbruch an den internationalen Aktienmärkten" und die „ungelösten Schuldenprobleme von Entwicklungsländern" aus.

Als wichtige Merkmale der deutschen Wirtschaft im Jahr 1988 stellte das Bundesministerium für Wirtschaft in seinem Jahreswirtschaftsbericht u.a. das erneut stabile Wachstum, das allerdings mit real 1,7 Prozent schwächer als in den vergangenen Jahren ausfiel, die hohe Preisstabilität bei den Lebenshaltungskosten (+0,2 Prozent), die Zunahme des privaten Verbrauchs (+3 Prozent) und den hohen Außenhandelsüberschuss heraus. Während sich die chemische Industrie weltweit auf einem Wachstumspfad bewegte, legte die Branche in Deutschland mit einem Umsatzzuwachs von 0,2 Prozent eher eine bescheidene Kennziffer vor. Am stärksten wurden Kunststoffe, organische Industriechemikalien, „Beauty-Produkte" sowie Foto- und Klebestoffe nachgefragt. Hingegen traten die Geschäfte mit Pflanzenschutz- und Düngemitteln auf der Stelle. Da sich die DM im Jahresverlauf auf den Finanzmärkten verteuerte, hatte der Maschinenbau Einbußen im Export hinzunehmen, der seine Umsätze aber immerhin noch um 2,2 Prozent steigerte.

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Das Jahr 1986

Der Trend zu einem maßvollen Wachstums (+2,5 Prozent) bei auffälligen länderspezifischen Unterschieden bestimmte auch 1986 die Entwicklung der Weltwirtschaft. In den OECD-Staaten zeichneten sich die Volkswirtschaften durch einen gleichfalls gemäßigten Anstieg des Bruttosozialprodukts (ebenfalls +2,5 Prozent), eine leicht erhöhte Inlandsnachfrage, eine mäßige Zunahme des Außenhandels, der im Zeichen von Kursverlusten des US-Dollars stand, einen kaum spürbaren Rückgang der Arbeitslosigkeit und geringen Inflationsraten aus. Dynamischer entwickelten sich manche „Schwellenländer": So gelang es in der VR China, die Industrieproduktion um 11,1 Prozent zu erhöhen und in der Republik China/Taiwan ein (hauptsächlich auf den Industriegüterexport gestütztes) gesamtwirtschaftliches Wachstum von 10,8 Prozent zu erzielen.

In der Bundesrepublik blieb das Wirtschaftswachstum mit real 2,4 Prozent nahezu konstant. Charakteristisch waren ferner der bemerkenswert anziehende private Verbrauch, Preisstabilität, eine verminderte Staatsquote, aber auch ein wenig veränderte Arbeitslosenzahl von 2,22 Mill. (1985: 2,38 Mill.) und weiterhin kaum sinkende Firmeninsolvenzen (1986: 18.840; 1985: 18.870). In der Industrie gelang es allerdings nur dem Verbrauchsgüter produzierenden Gewerbe einen größeren Umsatz als im Vorjahr zu erwirtschaften (+1,8 Prozent). Da sich die Grundstoff- und Produktionsgüterindustrie weniger zufriedenstellend entwickelten, halbierte sich das Produktionswachstum des gesamten sekundären Sektors (+2,5 Prozent).

Auch wenn die gute Konjunktur in der KFZ- und Textilindustrie sowie die fallenden Preise für Rohstoffe wie Erdöl und Kohle global für ein solides Wachstum der chemischen Industrie sorgten, blieben die deutschen Unternehmen von den hohen Zuwachsraten der vergangenen Jahre entfernt und hatten eine – den Preissenkungen geschuldeten – Umsatzeinbuße von 5,4 Prozent zu verzeichnen. Die hohe Nachfrage im Geschäftssegment Werkzeugmaschinen garantierte hingegen dem deutschen Maschinenbau ein überdurchschnittliche Zunahme des Umsatzes von 3,7 Prozent. Ebenfalls um 3,7 Prozent nahm auch die Zahl der Beschäftigten im Maschinenbau zu, der damit seine Position als personalstärkste Industriebranche in der Bundesrepublik unterstrich.

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Das Jahr 1985

Ohne die hohen Zuwachsraten aus dem Vorjahr zu erreichen, setzte sich das Wachstum der Weltwirtschaft 1985 mit gedrosselter Geschwindigkeit fort. Gerade die im Vergleich zum Jahr 1984 abnehmende Industrieproduktion in wichtigen Industriestaaten wie den USA und Japan trübte die Gesamtbilanz der OECD-Staaten, die mit einer realen Steigerung ihres Bruttosozialprodukts von 2,7 Prozent ein Ergebnis vorlegten, das leicht hinter dem globalen Wachstum von 3 Prozent zurückblieb.

In der Bundesrepublik gewann nach Ansicht des Bundesministeriums für Wirtschaft „der wirtschaftliche Aufschwung [...] deutlich an Kraft". Die ökonomischen Kennziffern stützten durchaus die positive Bilanz des Jahreswirtschaftsberichts und verdeutlichten, dass sich die deutsche Wirtschaft im internationalen Vergleich achtbar entwickelte. Der private Verbrauch zog an, die Überschüsse im Außenhandel waren beträchtlich, das Wachstums des Bruttosozialprodukts (real +2,4 Prozent) dynamisierte sich besonders im zweiten und dritten Quartal, die Zahl der Erwerbstätigen stieg um ca. 250.000 und die Inflationsrate von 1,8 Prozent signalisierte eine Stabilität der Preise. Vor allem im sekundären Sektor setzte sich der Aufschwung fort. Der deutschen Industrie gelang es, die Inlandsaufträge um 3,7 Prozent und die Aufträge aus dem Ausland um 7,8 Prozent zu erhöhen, um am Jahresende mit einem realen Produktionswachstum von 5 Prozent sehr gut dazustehen.

Die chemische Industrie machte sich weltweit die sinkenden Erdölpreise und die gute Konjunktur der Automobil- und Textilindustrie sowie der Kunststoffproduktion und –verarbeitung zunutze. In Deutschland erhöhte sich der Gesamtumsatz der Branche um 5 Prozent. Die hohe Auslastung der Betriebe in den Geschäftssparten Druck-, Textil-, Papier-, Kunststoff- und Werkzeugmaschinen sicherte dem Maschinenbau ein starkes Umsatzplus von 12,6 Prozent. Nachdem jahrelang der Personalabbau zum guten Ton der Branche gehörte, nahm auch die Zahl der Beschäftigten wieder um 2 Prozent auf 950.200 zu.

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Das Jahr 1984

Da die Investitionsbereitschaft der Industrie und der private Verbrauch weltweit anzogen, gewann der globale konjunkturelle Aufschwung 1984 an Stabilität. Unter den westlichen Industrienationen erzielten dabei besonders die USA mit einer Zunahme des realen Bruttosozialprodukts von 6,9 Prozent und Japan (+5,5 Prozent) herausragende Wachstumsraten. Übertroffen wurden beide Staaten von Ländern im asiatischen Raum: So gab etwa die VR China eine Zunahme des Bruttosozialprodukts um 13 Prozent und des industriellen Bruttoproduktionswerts um 14 Prozent bekannt.

Auch in der Bundesrepublik verfestigte sich der Aufschwung, der sich seit dem Vorjahr abzeichnete. Die Zunahme des Bruttosozialprodukts (real + 2,6 Prozent), die Umsatzsteigerungen im Einzelhandel von 2,4 Prozent, im Großhandel um 6,7 Prozent und in der Industrie um 6,5 Prozent signalisierten, dass die schwierigen ökonomischen Zeit der frühen 1980er-Jahre endgültig überwunden waren. Anders als im Vorjahr waren es nun die steigende Nachfrage aus dem Ausland und die zunehmende Exporte, die in der Industrie den konjunkturellen Aufschwung trugen, der sich insbesondere im Grundstoff- und Produktionsgütergewerbe mit einer Steigerung der Umsätze von real 6,1 Prozent und der Produktion von 4,3 Prozent manifestierte. Von der guten wirtschaftlichen Situation der Automobil- und Textilindustrie sowie der Kunststoffverarbeitung profitierend, erzielte die chemische Industrie überdurchschnittliche Zuwachsraten. Der Gesamtumsatz erhöhte sich nominal um 10,3 Prozent und die Zahl der Beschäftigten nahm trotz fortschreitender Rationalisierung leicht um 0,3 Prozent auf rund 550.300 zu. Die wieder höheren Investitionen der Industrieunternehmen in Werkzeug-, Textil-, Kunststoff- und Druckmaschinen brachten auch dem Maschinenbau erträgliche Gewinne ein, der seine Umsätze nominal um 6,6 Prozent erhöhte.

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Das Jahr 1983

Die weltweite Rezession fand 1983 ihr Ende und wurde von einer Phase fortwährenden globalen Wachstums abgelöst. Nachdem sich die Wirtschaft in den USA im vierten Quartal 1982 leicht erholte und sich das Wachstum in den nächsten Monaten verfestigte, dominierten auch in den westlichen Industrieländern wie Japan, Großbritannien und auch der Bundesrepublik die „expansiven Kräfte", wie die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihren Gutachten berichteten. In den OECD-Staaten bestimmten die Steigerung des Bruttosozialprodukts (real + 2 Prozent), eine Belebung des Außenhandels und geringe Inflationsraten das gesamtwirtschaftliche Bild.

Auch in der Bundesrepublik begann eine über rund sieben Jahre anhaltende Boomperiode. Die steigende Binnennachfrage (vor allem der stark expandierende private Verbrauch), die besonders im zweiten Halbjahr anziehende Exportwirtschaft, die im Windschatten einer vermehrten Auslandsnachfrage wieder bessere Zahlen schrieb, sorgten am Jahresende für eine Zunahmen des realen Bruttosozialprodukts von 1,3 Prozent. Interessant sind dabei die regionalen Unterschiede innerhalb Deutschlands: In Bayern (+2,4 Prozent), Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen wurden überdurchschnittliche, in den nördlichen Bundesländern dagegen unterschiedliche Zuwachsraten des Bruttosozialprodukt erzielt. In die weltweit starken Produktionszuwächse der Industrie reihte sich auch die deutsche Industrie ein, die ihren Gesamtumsatz real um 1,5 Prozent erhöhte und besonders im Grundstoff- und Produktionsgütergewerbe gute Ergebnisse vorlegte. Die gute Konjunktur bei ihren Kunden in der Automobil-, Bau- und Textilindustrie sowie der Kunststoffverarbeitung brachten der chemischen Industrie beträchtliche Gewinne, die in der Bundesrepublik den Gesamtumsatz real um 7 Prozent erhöhte. Leicht rückläufige Umsatzzahlen im In- und Ausland trübten allerdings die Jahresbilanz des deutschen Maschinenbaus, der von einer sinkenden Nachfrage von Unternehmen im Großanlagen- und Kraftwerksbau sowie nach Gießerei- und Bergwerksmaschinen eingeholt wurde.

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Das Jahr 1982

Die Weltwirtschaft erlebte 1982 die schwerste Rezession seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Unzureichendes Wirtschaftswachstums, hohe Arbeitslosenquoten, eine rückläufige Industrieproduktion, abnehmende Investitionen, die wachsende Staatsverschuldung und ungünstige Leistungsbilanzen der Außenwirtschaft bestimmten die ökonomische Entwicklung in den westlichen Industriestaaten. Ein nennenswertes Wachstum des realen Bruttosozialprodukts (+2,7 Prozent) und der Industrieproduktion (+1,1) erreichte unter den führenden industrialisierten Nationen nur Japan.

Im Fahrwasser der globalen Rezession wurde auch die Bundesrepublik 1982 von einer „schwerwiegenden Wachstums- und Beschäftigungskrise" eingeholt, wie das Bundesministerium für Wirtschaft die ökonomische Lage in ihrem Jahreswirtschaftsbericht zusammenfassend beschrieb, in dem es zu den Gründen heißt: „Diese Wirtschaftsschwäche ist einmal beeinflusst von weltwirtschaftlichen Herausforderungen und Schwierigkeiten, zum anderen durch Fehlentwicklungen im Inland. [...] Die notwendigen Anpassungen an die weitreichenden Veränderungen der weltwirtschaftlichen Angebots-, Nachfrage- und Kostenstrukturen erfolgten schon seit längerem nicht mehr so reibungslos wie früher. Vor allem die Innovationen und Investitionen kamen nicht in dem Maße voran, wie dies zur Schaffung [...] einer ausreichenden Zahl von Arbeitsplätzen dringend geboten wäre".

Da der starke Rückgang der Binnennachfrage vor allem in der zweiten Jahreshälfte zu Einbrüchen in der Wirtschaftsleistung führte, blieb ein Zuwachs des Bruttosozialprodukts aus (-0,6 Prozent). Das Produktionsergebnis der Industrie ging um 3,1 Prozent zurück, die Zahl der Insolvenzen erreichte mit fast 15.900 eine neuen Höchststand, die Zahl der Arbeitslosen stieg weiter auf 1.833.000. Die schwere Rezession verschonte auch die chemische Industrie nicht, die nur noch auf eine Kapazitätsauslastung von ca. 70 Prozent kam und - bei einem nominalen Plus von 2,7 Prozent – einen reale Umsatzrückgang vermelden musste. Der deutsche Maschinenbau hielt seine Umsätze recht stabil und behauptete seine Position als weltweit größter Maschinenexporteur.

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Das Jahr 1981

Weltweit bestimmten im Gefolge der kräftig gestiegenen Energiekosten und der Hochzinspolitik in den Vereinigten Staaten abnehmende Wirtschaftsleistungen, steigende Inflationsraten und wachsende Arbeitslosenzahlen die Entwicklung der Volkswirtschaften. Die OECD-Staaten kamen letztlich 1981 nicht über ein durchschnittliches Wachstum des Bruttosozialprodukts von 1,2 Prozent hinaus. Für die globale Industrieproduktion waren in nahezu allen industrialisierten Staaten stagnierende oder rückläufige Produktionsziffern charakteristisch. Lediglich in Japan erreichte die Industrie mit 4 Prozent eine starke Wachstumsrate.

In vielfacher Abhängigkeit zur weltwirtschaftlichen Entwicklung stehend, gelang es der Bundesrepublik nicht, sich aus der ökonomischen Talsohle zu befreien. Der private Verbrauch und die Investitionen sowohl der privaten Unternehmen als auch der öffentlichen Hand verminderten sich deutlich, die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen erhöhte sich auf 1,27 Millionen. Da die Konjunktur besonders im ersten Halbjahr einbrach, stieg das reale Bruttosozialprodukt um kaum nennenswerte 0,2 Prozent. Alleine die gute Lage der Exportwirtschaft, die von einer realen Abwertung der DM profitierte, verhinderte weitere volkswirtschaftliche Schäden. Das produzierende Gewerbe (Industrie, Handwerk, Bergbau) stand im Vergleich zu anderen westlichen Industriestaaten noch recht gut da und verzeichnete Produktionsrückgänge um 1,8 Prozent. Die hohen Rohstoff- und Energiekosten, Überkapazitäten in einigen Produktionszweigen und höhere Kosten durch den steigenden Dollar-Kurs beeinflussten nicht nur die Ergebnisse der chemischen Industrie in Deutschland, die ihre Umsätze real um nur 2 Prozent erhöhte. Überdies mussten sich die deutschen Chemieunternehmen auf den Weltmärkten verstärkt mit neuen Konkurrenten aus Spanien, Saudi-Arabien, Mexiko oder Jugoslawien auseinandersetzen. Neue Branchenkonkurrenz etwa in Taiwan, Südkorea oder Brasilien setzte auch dem deutschen Maschinenbau zu, der seine Umsätze ebenfalls nur leicht steigerte (1980: 122,78 Mrd. DM; 1981: 125,61 Mrd. DM).

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Das Jahr 1980

Zahlreiche Volkswirtschaften West- und Osteuropas sowie unter den Entwicklungsländern wurden im Sog der „2. Ölkrise" und stark steigender Energiepreise von einem rezessiven Trend erfasst. Die Stagnation der industriellen Kennziffern ließen sich in allen OECD-Staaten auf vergleichbare Ursachen zurückführen. Neben den hohen Energiekosten verhinderten das (gerade im Vergleich mit den aufstrebenden, exportorientierten Entwicklungsländern) hohe Lohnniveau, häufig zu alte Produktionsanlagen, die Sättigung des Bedarfs in zahlreichen Industriezweigen und währungspolitische Interventionen (z.B. Erhöhung von Zinsen und Verteuerung von Krediten mit der Absicht, die Inflation einzudämmen) die weitere Expansion des industriellen Sektors.

Die optimistischen Konjunkturprognosen der Sachverständigen für das Jahr 1980, die etwa für die Bundesrepublik - so die „Fünf Weisen" - ein reales Wachstums des Bruttosozialprodukts von 2,5 bis 3 Prozent vorhersagten, erfüllten sich im Schatten einer krisenhaften weltwirtschaftlichen Entwicklung nicht: Die Konjunktur schwächte sich seit dem Frühjahr immer deutlicher ab. Da im ersten Quartal noch recht hohe Wachstumsziffern erzielt worden waren, erhöhte sich das reale Bruttosozialprodukt am Ende um 1,8 Prozent. Im sekundären Sektor der Bundesrepublik, der die Gesamtproduktion nicht erhöhen konnte, gab es dennoch expandierende Industriezweige wie die Büromaschinen- und EDV-Branche, die Glasindustrie, der Stahl- und Leichtmetallbau, die feinmechanische und optische Industrie und die Papierverarbeitung. Zu den wachsenden Industrien zählte schließlich auch der Maschinenbau, der ein Umsatzwachstum von 7,5 Prozent verzeichnete. Eine Periode der Wachstumsschwäche erfuhren dagegen die Metallurgie, die Gießerei, der Straßenfahrzeugbau, die Bekleidungsindustrie, die Ledererzeugung und –verarbeitung sowie auch die chemische Industrie. Von gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten, aber auch von den Überkapazitäten in manchen Produktionssparten und den konkurrierenden Chemieunternehmen in Entwicklungsländern in Bedrängnis gebracht, erwirtschafteten die westdeutschen Betriebe kein Umsatzwachstum (der Umsatz ging statt dessen real um 7,4 Prozent zurück).

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