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Welt der Kunststoffe

Kalte Kunststoffe lassen sich gut mahlen

Gase und Know-how von Messer müssen nicht unbedingt sichtbar sein, um unser Leben angenehmer und auch sicherer zu machen. In der Materialwissenschaft dreht sich beinahe alles um das enorme Kältepotenzial, das insbesondere in flüssigem Stickstoff steckt. Zum Beispiel in der Kunststofftechnik. Polymere Werkstoffe werden weich oder schmelzen, wenn man sie erwärmt. Das ist wichtig für ihre Verarbeitung: flüssige Kunststoffe lassen sich zum Beispiel im Spritzgießverfahren in nahezu jede beliebige Form bringen – wobei kalte Gase helfen können, das heiße Formteil rasch wieder herunterzukühlen, um die teuren Maschinen effektiver einsetzen zu können. Die niedrige Schmelztemperatur kann aber auch zum Problem werden. Etwa wenn man Kunststoffe mahlen muss – zum Beispiel zur Herstellung von Schmelzklebepulvern. Auch hier besteht eine Lösung des Problems darin, die Mühle nach einem von Messer entwickelten Cryogen®-Verfahren mit flüssigem Stickstoff zu kühlen. Das verhindert nicht nur, dass die Kunststoffe schmelzen. Die Kältebehandlung macht sie obendrein spröde, so dass sehr feine Pulver entstehen können.


Kunststoffgranulat: kaltgemahlen mit Stickstoff

Auf einem ähnlichen Prinzip basiert auch das Entgraten von Gummiformteilen: Durch Kühlen mit flüssigem Stickstoff wird selbst Gummi so spröde, dass man die bei Raumtemperatur elastischen, überflüssigen Grate in speziellen Entgratungsmaschinen automatisch abschlagen kann.
Selbst kleine Lackierfehler auf Kunststoffteilen lassen sich mit Hilfe von Kälte besser „ausbügeln”: Mit Kohlendioxid gekühlte Polierscheiben (Cryostyl®-Verfahren) verhindern, dass Lacke unter heftigem Polieren erweichen und verschmieren.